SAID

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 Liebesgedichte
 Wo ich sterbe ist meine Fremde
 Selbstbildnis für eine ferne Mutter
 Clara
 Der lange Arm der Mullahs. Notizen aus meinem Exil
 Es war einmal eine Blume
 Sei Nacht zu mir. Liebesgedichte
 Dieses Tier, das es nicht gibt
 Landschaften einer fernen Mutter
 Außenhaut Binnenträume
 Friedrich Hölderlin empfängt niemanden mehr
 In Deuschland leben. Ein Gespräch
 auf den leib. 66 erotische miniaturen
 Ich und der Islam
 Das Rot lächelt, und das Blau schweigt
 Mukulele
 Psalmen
 Der Engel und die Taube
 Das Haus, das uns bewohnt
 Ruf zurück die Vögel
 Das Niemandsland ist unseres
 Ein Brief an Simba
 Hans mit der Hütte
 Parlando mit Le Phung
 Schneebären lügen nie




Liebesgedichte

SAID verwendet seine Symbole und Bilder mit Bedacht. Sparsam im Umgang mit seinen sprachlichen Mitteln nimmt SAID seine Möglichkeiten konsequent wahr [...]
Wiesbadener Kurier

SAIDs Gedichte (und) deren unsentimentale Zärtlichkeit und feinfühlige, in schöne Bilder verpackte Skepsis (verhindern) jede abgestanden Romantik.
Wolfgang Thon im STERN

Es ist wirklich erstaunlich und ergreifend, wie SAID der deutschen Sprache Melodie verleiht [...] Beim wiederholten Lesen (und das muss man einfach) werden Nahtstellen des Lebens offenbar, die einen selbst neu entdecken [...] voller Intensität und Dichte [...]
Richard Roth
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Wo ich sterbe ist meine Fremde

Die kurze Zeit zwischen der Vertreibung des Schahs von Persien und der Regierungsübernahme durch Ayatollah Chomeini gab SAID die Chance einer Reise nach Teheran, seiner Heimat.

Er endeckt vieles wieder: Gegenstände, Gerüche, Farben, den unver- wechselbaren Charakter des iranischen Lebens, Erinnerungen. Eine gewisse Anarchie gibt Hoffnungen ebenso wie Befürchtungen Raum, verschollene Opfer des Regimes werden gesucht, Haß auf den Schah mischt sich mit seltsam Revolutionärem, das schon wieder neue Zwänge verrät.

Und vieles hat sich in den langen Jahren der Abwesenheit verändert, ist nicht mehr verständlich, nicht mehr hinzunehmen für SAID, der schon geprägt ist vom Exil, von der anderen Kultur, in der er seit seinem 18. Lebensjahr lebt.

Verunsicherung und Entfremdung gehen so weit, dass der Besucher jeden Tag einen Stapel Zeitungen kauft in dem Gefühl, sonst nicht in der Wirklichkeit zu leben.

Die lyrischen Notate, Ausrufe, Beschwörungen und Beschreibungen finden zu einem großen Teil in Dialogform statt, - mit den wiedergefundenen Verwandten, Freunden, Bekannten und auch mit der in Deutschland zurückgelassenen Geliebten. Am Ende steht Heimweh angesichts einer endgültig verlorenen Heimat - und "Heimkehr" in das Land des Exils, Deutschland.
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Selbstbildnis für eine ferne Mutter

Es gibt Umstände, die erleichtern das Vergessen, etwas, das im persönlichen Leben heilsam und gut sein kann. In der Geschichte verhält es sich anders. In beängstigender Weise jedoch tritt in der jüngsten Geschichte ein Vergessen auf: Das in Europa so geläufige Schicksalswort "Exil" wird aufgegeben zugunsten eines anderen, das, bei gleichem Sachverhalt, einen verächtlichen, unmenschlichen Beigeschmack angenommen hat. Es ist das Wort "Asyl".

Dieses "Asyl" bedeutet, dass, wer unter ihm zu leiden hat, gezwungen ist, im "Exil" zu leben, im Verlust all dessen, was bisher sein Leben ausgemacht hat; doch wer denkt noch daran?

SAID befindet sich in dieser Situation seit 25 Jahren. In einer besonderen Zuspitzung der Zustände sieht er sich gezwungen, sich selbst zu beschreiben oder besser: zu erzählen, für seine wiedergefundene ferne Mutter, die er im Alter von 13 Jahren nur ein einziges Mal gesehen hat.

Er tut dies als Dichter; er schreibt die "Geschichte der Gefühle", die er zu entwirren sucht, stellvertretend für die vielen, die das Schicksal des Exils mit ihm teilen. In seiner unverkennbar eigenen Sprache stellt er Lebendigkeit, Glück und Unglück der Menschen dar, gleich ob sie in der Fremde oder im Eigenen sind - gegen die Vergesslichkeit der Geschichte.
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Clara

Warum immer gleich den Mond vom Himmel holen? Die Vogelscheuche Clara steht einsam und verlassen auf ihrem Feld. Da bemerkt sie in ihrer Nähe einen alten Raben, der auf einem der benachbarten Felder auf- und ab spaziert.

Nach einigem Zögern wagt sie es, ihn anzusprechen und bald ent- wickelt sich ein lebhaftes Gespräch zwischen den beiden, das heißt, eigentlich ist es eher so, dass der Rabe mit großen Gesten von der weiten Welt erzählt, während Clara, glücklich darüber, nicht mehr alleine zu sein, vergnügt zuhört.

Als es langsam dunkel wird, gesteht die Vogelscheuche dem Vogel, dass sie sich - für eine Vogelscheuche beinahe beschämend - nachts fürchtet und bittet den Raben, bei ihr zu bleiben. Für eine Nacht lässt er sich dazu überreden, aber am nächsten Morgen hat er eine großartige Idee: Er will Clara den Mond vom Himmel holen, damit sie sich nie mehr vor der Dunkelheit fürchten muss. Als Clara protestiert und einwendet, dass der Mond doch viel zu groß für ihr kleines Feld sei und es viel besser sei, wenn er einfach nur bei ihr bliebe, ist der Rabe jedoch schon auf dem Weg ...

Ein wunderschönes, poetisches Märchen über die Einsam- und die Zweisamkeit, ausgestattet mit höchst künstlerischen, ausdrucksstarken Bildern, die die subtile Doppeldeutigkeit der Erzählung unterstreichen.
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Der lange Arm der Mullahs - Notizen aus meinem Exil

"Das Exil verschliesst viele Türen", schreibt SAID in seiner Vorbemerkung, "und lässt nur ein Fenster offen: auf Teheran, diese hässlichste Hauptstadt der Welt. Und der Exilierte - durch die Jahre des Exils ein Niemand geworden, harrt an diesem Fenster aus - zwischen Hoffnung und Trauer."

SAID, der sich als Lyriker inzwischen einen Namen gemacht hat, ist ein wacher Beobachter des Zeitgeschehens - der sich überstürzenden Ereignisse im Iran ebenso wie der ereignislosen Abgeschlossenheit der Exilantenwelt in Deutschland: Er sammelt Zeitungsausschnitte und Briefe aus seiner Heimat, er notiert die Erzählungen von Freunden, die dem Terrorregime in Teheran entkommen sind, er reagiert auf den permanenten Schrecken mit Gedichten, kurzen Prosaszenen, Hörspielen...

Aus diesem Mosaik unterschiedlicher Textsorten, zusammengehalten durch ihre chronologische Anordnung, ergibt sich nicht etwa ein "aktuelles Sachbuch", sondern ein Stück Literatur, das den Leser durch seinen autentischen Ton sehr schnell in seinen Bann zieht, entsteht - man ist versucht zu sagen: ein pointillistisch flirrendes "Sittengemälde" des Lebens im Iran der Jahre 1978-1994, ein Bild aus allerkleinsten Farbtupfern, deren Palette vom düsteren Schwarz der willkürlichen Hinrichtungen bis hin zu den wärmsten Nuancen der Mitmenschlichkeit reicht, die sich trotz aller alltäglichen Bedrohtheit unter den "Betroffenen" behauptet.

Nein, der Iran ist seit Chomeinis Rückkehr nicht ins düstere Mittelalter zu- rückgefallen, wie uns marktschreierische Pressemeldungen beharrlich eintrich- tern wollen - oder zumindest nicht nur; noch immer spielt sich dort - wenngleich oft nur unter grotesken Entbehrungen und großer Risikobereitschaft - ein überraschend reiches kulturelles Leben ab: 18000 Lyriker soll es geben, die bereits ein Buch veröffentlicht haben; die Mullahs, die im Eifer der Revolution al- le Kinos niederbrannten, bauen sie nun eigenhändig wieder auf; und schließlich: "Das Tragen von Musikinstrumenten ist erlaubt!" (Edikt von Chomeini)

SAIDs Buch ist ebensosehr ein Dokument der unmenschlichen Verbrechen wie eines der der ungebrochenen Humanität - ein Buch, das auf geradezu bei- läufige Weise anklagt, wie auch eines, das auf ebenso verhaltene Weise Mut macht: Mut nämlich, trotz eigener Hilflosigkeit die Machenschaften der Mächtigen nicht einfach hinzunehmen und, vor allem, nicht zu vergessen.
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Es war einmal eine Blume

Verloren und einsam: so fühlt sich eine farblose Blume in ihrem bunten Garten. Deshalb macht sie sich auf die Suche nach dem Regenbogenfalter, der Farben verteilt.

Ein langer Weg, voller Enttäuschungen, der sie schließlich zu sich selbst führen wird - denn schaut man richtig hin, kann alles Farbe sein...

Farbe suchen: ein Grundthema für den im deutschen Exil lebenden Schriftsteller SAID.

Farbe geben: ein Hauptmerkmal der abstrakten Illustrationwelt von KVETA PACOVSKA.

Ein buntes Treffen, das beflügelt und beglückt.
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Sei Nacht zu mir - Liebesgedichte

Iran und Deutschland, Politik und Liebe, Heimat und Fremde sind die the- matischen Pole, um die SAIDs Leben und Werk kreist.

Der Gedichtzyklus "Sei Nacht zu mir" hat sich ganz dem einen Pol verschrieben, dem der Liebe. In ausdrucksstarken, meist kurzen Gedichten und in einer prägnanten Sprache entfaltet SAID die Liebesbeziehung zwischen dem lyrischen männlichen Ich und seiner Geliebten - eine Beziehung, zu der auch ein namenloser Dritter gehört, der nichts von dieser Liebe weiss und doch hinzutritt.

Eine Liebesbeziehung, zwischen deren Beginn und Ende viele Facetten und sinnliche Momente liegen die der Lyriker meisterhaft in ausdruckstarken, sensiblen Bildern einfängt. Es sind Gedichte, die den Leser durch ihre Authentizität in ihren Bann ziehen.
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Dieses Tier, das es nicht gibt

Seit Franz Bleis "Bestiarium der Literatur" ist diese sehr ausgefallene Zoologie zu einer eigenen literarischen Gattung geworden. SAID lässt das Genre wiederaufleben und hat damit ein witziges, bisweilen fast surrealistisches Panoptikum geschaffen, das mit Spott, Satire und Erotik nicht spart. Mit weni- gen, präzise gesetzten Worten gelingt es ihm, seine Figuren - die vom Albatros über die Mukarine bis zur Zikade reichen - treffend und genau zu charakterisieren und vor dem Leser eine skurrile Welt aus Sprache, Liebe und politischem Geschehen auszubreiten: den drei Themen, um die SAIDs Werk immer wieder kreist, die er wiederholt aufgreift und mit denen er gekonnt zu spielen vermag.

"Dieses Tier, das es nicht gibt" wurde 2007 ins Kroatische übersetzt.
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Landschaften einer fernen Mutter

Wenige Tage nach seiner Geburt wird SAID von seiner Mutter getrennt: die Scheidung der Eltern vollzog sich bereits während der Schwangerschaft, und es war beschlossene Sache, daß das Kind ausschließlich bei seinem Vater leben sollte. Ein einziges Mal, einen kurzen Nachmittag lang, durfte der Zwölfjährige die Mutter sehen.

Jahrzehnte später: SAID ist inzwischen 43 Jahre alt und lebt schon seit langem im deutschen Exil. überraschend erhält er einen Telefonanruf seines Halbbruders aus Teheran: die Mutter sei auf dem Weg nach Kanada und möchte ihn, SAID, treffen. Nach umständlichen Paß- und Visumsverhandlungen begegnen sich die beiden Fremden in Toronto zum ersten Mal.

Drei Wochen verbringen sie gemeinsam in einer Wohnung, drei Wochen, um sich zu begrüßen, sich kennenzulernen und sich wieder voneinander zu verabschieden. In seinem bisher persönlichsten, bewußt sehr subjektiv gehaltenen Buch beschreibt SAID die Begegnung mit seiner Mutter, seine ambvivalenten Gefühle, die von Sehnsucht über Trauer bis hin zu Wut reichen, und seinen Verlust der Heimat, die auch von seinem Zufluchtsland Deutschland nicht ersetzt wird.

Im Anhang findet sich ein bewegender Epilog, der deutlich macht, welche Wunden diese Trennungen bis heute wirklich schlagen.
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Außenhaut Binnenträume

Die Sprache, die Liebe, die Einsamkeit - und der Tod, vor dem alles fragwürdig wird und der sich schon zu oft im Leben eingenistet hat, die deutsche Sprache, die nicht die Muttersprache ist, aber zur Heimat wurde, die Liebe der Körper und der Sprache, in der sie sagbar ist, die Einsamkeit, die gefüllt sein kann oder eine Niederlage, wenn der Tod recht behält: Das sind die Motive, um die SAID's neue Gedichte kreisen.

Die Lyrik SAID's wird immer konzentrierter, lakonischer, einfacher und gerade dadurch schillernder, noch assoziationsreicher, als würde das Schweigen zwischen den Liebenden, den Körpern, über das, was sie verbindet und was sie trennt, nachhaltiger werden, im Guten wie im Bösen.

SAID schreibt eine "ungekünstelte, lebensnahe und doch sehr vielschichtige Sprache" (Stefan Weidner) und nicht zufällig ist das erste Gedicht seines neuen Bandes ein Gedicht für Erich Fried. Und gleichzeitig, das macht die Bücher von SAID so lesenswert, trägt dieser exil-iranische Autor, der ein ganz reines Deutsch schreibt, in die deutsche Lyrik eine Bilderwelt und Erfahrungsweise hinein, die nicht nur aus unserem, sondern eben, was die Liebe und die Körper anbelangt, aus dem persischen Traditionsraum stammt. So wird die deutsche Literatur bereichert, um einzigartige Gedichte über Liebe und Tod.
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Friedrich Hölderlin empfängt niemanden mehr

Friedrich Hölderlin ist 37 Jahre alt, als er den Turm im Hause der Familie Zimmer in Tübingen bezieht. Dreißig Jahre wird er dort verbringen, zurück- gezogen von einer Welt und Wirklichkeit, in der kein Platz mehr für ihn ist.

Noch zu seinen Lebzeiten wird der "Elfenbeinturm" des geistig entrückten Dichters zur Wallfahrtsstätte für andere Literaten. Was wäre, wenn Hölderlin, der seine Gäste "Majestät" oder "Eminenz" nennt, heute noch Besuch em- pfinge?

Ein Gedankenspiel, das SAID zu einem geistreichen Hörspiel animiert hat: Er schickt einen "Fremden" zu Hölderlin, einen, der nicht in blinde Bewunderung gegenüber dem Genius verfällt, sondern ihn zum Dialog auffordert. Das Gespräch kreist um das Vaterland und um die Rolle des Dichters. Darf er Zuflucht in seinen Worten suchen oder zwingt ihn die politische Gesinnung auch zum Handeln?

Eine poetische und erhellende Debatte zweier Männer, die in unterschiedlichen Epochen leben, aber eines gemeinsam haben: Sie sind entwurzelt. Deutschland, für Hölderlin ein fremd gewordenes Vaterland, für den Fremden eine notgedrungene Wahl-Heimat.
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In Deutschland leben. Ein Gespräch

Seit beinahe vierzig Jahren lebt der iranische Lyriker SAID "in Deutschland". Mit dem "dritten Ohr" des Exilierten hat er den Deutschen zugehört, mit den Augen des Fremden hat er sie beobachtet.

Nun erstattet er Bericht, erzählt von seinen Erinnerungen an die alte Heimat Teheran ebenso wie von seiner langsamen Annäherung an die neue Heimat München und die Deutschen.

In zahlreichen Gesprächen, die er mit dem Kulturkorrespondenten der Welt, Wieland Freund, geführt hat, erweist sich SAID einmal mehr als glänzender Beobachter - des "typisch Deutschen" ebenso wie der Wiedervereinigung, deren Zeuge, oder der Studentenrevolte, deren Akteur er war.

Die Beobachtungen eines nicht geborenen, sondern "gelernten Deutschen" (Christoph Hein) münden in ein ungewohnt anderes Buch "über die Deutschen".
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auf den leib. 66 erotische miniaturen

SAID, der international bekannte Lyriker, geflohen vor dem Schah und dem Ayatolla, ehemaliger PEN-Präsident und politische Instanz wie poetische Institution zeigt sich von einer ganz anderen Seite: Er hat 66 erotische Fanta- sien zu Papier gebracht, entwickelt aus der poetischen Spannung zwischen jeweils zwei Fotografien aus dem Fundus des Münchner Fotokünstlers James Dummler. Eine poetische Reise durch die nächtlichen Fantasien eines Mannes.
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Ich und der Islam

SAID, der diese Religion nie ausgeübt hat, ist in einem islamischen Land aufgewachsen, dem Iran, in einer liberalen Familie, die ihm keine Religion aufgezwungen hat. Aber die Eindrücke des Kindes von religiösen Ritualen, der Ruf des Muezzins, der Geruch der Moscheen sind prägend. Es hätten versöhn- liche Eindrücke sein können. Aber die islamistische Diktatur Chomeinis, die SAID nach dem Schah ein zweites Mal aus dem Iran vertrieben hatte, zerstörte nicht nur die Hoffnungen auf eine Demokratisierung des Iran. Sondern sie läutete einen Prozeß ein, in dem aus einer möglicherweise weltoffenen toleranten Religion eine aggressive, selbsternannte Befreiungsbewegung wur- de, die die „Mysterien der menschlichen Seele“ ignoriert und stattdessen den Terror befördert.

In seinem Essay „Warum ich kein Muslim bin“ erörtert SAID den Widerspruch zwischen dem Wunsch nach einer das Individuum schützenden und befreienden Spiritualität und dem Verhängnis des islamistischen Staatsterrors. Ein beeindruckendes Gespräch mit dem überzeugten Katholiken Hans Maier kreist ebenfalls um geschichtliche und politische Aspekte des Konfliktes zwischen der Religion als Institution und der Suche des einzelnen nach Gott.

Aufzeichnungen im Anschluß an „Der lange Arm der Mullahs“, die Erzählung „Mina“, Impressionen aus Kairo und ein Brief an den Dichter Adonis runden dieses wichtige Buch ab. Es spricht jeden an, der sich für die selbst- verursachte Problematik des heutigen Islam interessiert, für das Leben derer, die in ihrem Alltag damit zurechtkommen müssen und für eine Religiosität ohne Gewalt und Zwang.

Und es zeigt den Dichter und Schriftsteller SAID als einen klugen, poetischen und wachen Beobachter in und zwischen den Kulturen.
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Das Rot lächelt, das Blau schweigt. Geschichten über Bilder

Bilder erzählen Geschichten, aber es braucht einen Dichter, um sie zur Sprache zu bringen. Seit Jahrzehnten beschäftigen SAID bestimmte Gemälde und Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte oder mittelalterliche Miniaturen, Bilder von Caravaggio und van Gogh, Mark Rothko und Gerhard Richter, von Vermeer, Claude Monet oder aus dem "Stundenbuch des Herzogs von Berry".

Nun legt SAID etwas ganz Ungewöhnliches vor: Geschichten über Bilder, die nicht versuchen, diese zu interpretieren oder deren Stellenwert in seinem persönlichen Leben zu beschreiben. Sondern es sind Geschichten, die sich in die Bilder hineinbegeben wie der Chinesische Maler in der berühmten Anekdote, der in seinem Gemälde verschwand.

SAIDs Geschichten bringen die dargestellten Figuren, Landschaften und Farben zur Sprache, geben ihnen eine Stimme. Sie lassen das, was zwangsläufig auf den Gemälden zu einer Szene, einem Moment geronnen ist, in Bewegung kommen, erzählen, was sich an Konflikt und Leidenschaft, Drama und Tragik, Glück und Lust in diesen Szenen verbergen oder auch offenbaren mag, häufig aus der Perspektive der Figuren selbst.

So ist ein wunderschönes Buch entstanden, eine ganz neue Annäherung an die Malerei und eine Literatur, die sich als Echo und Antwort auf große Kunst entfaltet.
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Mukulele

Da staunt der Uhrmacher Herr Teitelboim nicht schlecht. An einem verregneten, grauen Morgen steht plötzlich der kleine Vogel Mukulele vor seinem Fenster. Er will hinein. Aber Herr Teitelboim braucht keinen Vogel, schon gar keinen, der ihm die Uhrzeit sagt.

Mukulele bleibt hartnäckig und schmeichelt sich so ganz allmählich in das Herz des Uhrmachers.

Eine Bilderbuchgeschichte vom entwaffnenden Charme kindlicher Überzeu- gungskraft.
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Psalmen

Seit langem schreibt SAID, der eine unkonventionelle und nicht-konfessionelle Spiritualität sucht und um sie ringt, Psalmen. Die biblischen Psalmen, die die gesamte geistliche Dichtung bis heute prägen, haben Vorbilder in der altorientalischen Literatur, und wer könnte sich mehr berufen fühlen als SAID, dessen lyrische Sprache immer auch von der persischen Tradition zehrt, diese uralte Form des religiösen Gesangs und Gebets auf eine zeitgemäße Art aufzugreifen und mit neuem Sinn zu füllen?

Nichts in seinen Psalmen ist selbstverständlich, auch nicht das Verhältnis zum angerufenen Gott, alles ist radikal offen und neu. SAIDs Psalmen lassen niemanden kalt, und sie lassen nichts aus, nicht die Katastrophen und Konflikte der Geschichte, nicht die Sprache der Gegenwart, nicht die Nöte des Alltags, nicht die Lust, die Sehnsucht, die Angst vor dem Tod.

Nach dem Ende der großen Utopien, einem weltweiten Sieg des Marktes und den Weltmächten und Weltkonzernen ausgesetzt, sehnen sich nicht wenige Menschen nach einem Sinn jenseits des Konsums und des Körpers, und viele greifen zurück auf konventionelle Traditionen und Rituale, auch der Religion, obwohl sie hoch anfechtbar sind. SAID bewegt sich mit seinen Psalmen in einem Raum des Religiösen, der offen bleibt für alle Fragen, die wir hier haben, und er läßt keine dieser Fragen aus.

"Psalmen" ist am 15. Februar 2007 erschienen.
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Der Engel und die Taube

An die Tür gelehnt stand ein Engel – gelangweilt, und feilte sich die Fingernägel. Er fragte mich, wonach ich rieche.

Die Angst vor der eigenen Geschichte, einer Geschichte von Verfolgung und Gefahr, die Macht und alles umwälzende Kraft des Begehrens, das ernste Spiel zwischen Männern und Frauen, die Botschaften des Todes, der nimmt und befreit, und die Plötzlichkeit des Spirituellen, die Radikalität der Literatur, die das Leben verändert – das sind die Themen, die nicht nur seit langem und immer drängender das Werk des Dichters und Schriftstellers SAID durchziehen. Sie sind – mal realistisch, mal surreal, mal der Fabel oder dem Märchen verwandt, mal nah am Bericht – die Themen der Erzählungen SAIDs, die in den letzten Jahren entstanden sind und hier in einer Auswahl vorgelegt werden. Knapp, bilderreich, überraschend und mitunter auch provozierend ziehen diese Erzählungen den Leser in den Bann, ob sie von der Todesnähe, dem Exil, der Lust und dem Körper, von Träumen und Visionen, von der Trauer oder der Ekstase sprechen. Sehr oft handeln sie von der richtigen Geste – das kann ein Wort, das kann eine Bewegung, das kann eine – auch körperliche – Gabe sein. So lenken diese Erzählungen auch den Blick auf die Botschaften, die wir unentwegt senden und empfangen, vielleicht gar nicht bemerken, vielleicht mißverstehen. Präzise und schön zeigen diese Erzählungen die Sprache der Gesten, die im Glücksfall Gelingen bedeutet.

"Der Engel und die Taube" erscheint am 22. September 2008.
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Das Haus, das uns bewohnt

Asher Reich, der sich der Orthodoxie wie in einem Sprung über die Zelt entzog und der zehn Jahre jüngere SAID, der seit 1965 im Münchener Exil lebt, führen einen Dialog über verfeindete Welten - Kulturen, Sprachen und Religionen - hinweg. Zwei Dichter wollen ein Zeichen setzen - im Vertrauen auf die prophetische Kraft der Poesie. Ein israelischer und ein iranischer Autor, Asher Reich und SAID, suchen das Poetengespräch in jeweils 40 Gedichten, die aufeinander antworten oder sich ineinander spiegeln, die sich wie Echos, wie Zwischenrufe oder Fragen lesen lassen.

Die Münder meiner Wunden wissen etwas zu erzählen über mich. Der Trug der Wahrheit: der Faden zwischen mir und den anderen. (Asher Reich)

Asher Reich und SAID, zwei weithin bekannte Dichter, die sich keineswegs als politische Lyriker missverstanden wissen wollen, widersetzen sich der drohenden Gewalt des Theokratischen, das zunehmend Land und Denken beherrscht. Das Haus, das uns bewohnt ist ein gemeinsames Buch, Baustein des Zukünftigen, ein Haus aus Sprache.

wörter die seit jahren auf der flucht waren auf der suche nach eigenen lügen liegen nun am Straßenrand und horchen auf die hilfssprache der heimkehrer sie entkleiden sich und warten auf abstrahierende zeichen entstanden aus der zwiesprache mit sensiblen schritten. (SAID)

Erschienen bei Lyrik Kabinett, München, 2009.
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Ruf zurück die Vögel

Der neue Gedichtband von SAID beginnt mit einem "Kleinen Inventar", und Inventur halten diese Gedichte insgesamt. Sie sprechen vom Körper und von den Sinnen, von dem, was zerstört wird, aber auch vom Trotz und der Verwerfung des Todes. Sie sprechen von den Verlierern der Geschichte und den großen mythischen und historischen Figuren, die nicht selten Opfer wurden, aber unsere Vorstellungskraft immer wieder inspirieren. Illusionslos betrachten sie unsere vermarktete Welt: "das meer ist eingepackt/und die sonne ausgezählt/beides kann man kaufen/hier/ wo man alles kaufen kann" , nur den staub nicht, und das Gedicht, das Wort, sind in ihrer Unscheinbarkeit wie Staub, aber dass sie nicht käuflich sind, verleiht ihnen ihre Würde.

Furchtlos, frei, abgeklärt und doch voller Leidenschaft mustern diese Gedichte die Welt. SAIDs Sprache ist von einer reinen Schönheit, in ihren dunklen wie lichten Tönen liest sie sich immer wieder neu, so als wäre sie gerade erst erfunden worden.
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Das Niemandsland ist unseres

„gottes ist der orient! gottes ist der okzident!“
diesem satz goethes fügt der ostwestliche flüchtling seinen profanen hinzu:
das niemandsland dazwischen ist unseres.
wir können es nur mit Liebe befruchten.
(SAID)

Der Dichter und Essayist SAID ist eine Brückenschlag-Existenz. Morgenland und Abendland verstrickt er in ein Gespräch über gemeinsame Wurzeln, über berühmte Grenzgänger zwischen den Kulturen und über Möglichkeiten einer respektvollen Annäherung. Um diese drei Motive kreisen die Texte dieses sehr persönlichen und zugleich politisch hochaktuellen Buches. Sie spiegeln die Facetten und Lebenswerte einer faszinierenden Persönlichkeit: Freiheit und Demut, Engagement und Besinnung, Verehrung und Spott.

Erschienen beim Diederichs Verlag, München, 2010.

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Ein Brief an Simba

Simba ist ein kräftiger Löwe mit einer schönen Mähne und einem königlichen Gang. Die Kinder lieben und bewundern Simba, aber dann wird er alt, schwach und ängstlich. Da nehmen ihn die beiden ehemaligen Tierpfleger, Herr und Frau Rubinstein, bei sich auf. Wie ihren eigenen Sohn behandeln sie Simba und verwöhnen ihn sogar mit Zuckerwatte. Doch jedes Mal, wenn der Löwe Zuckerwatte gefressen hat, brüllt er, so laut er kann. Das kann nicht gut gehen - aber es geht trotzdem gut in dieser phantasievollen, anmutigen Geschichte, die ein märchenhaftes Ende hat.

SAID, dem großen iranischen Dichter, ist hier etwas Seltenes gelungen: eine ganz einfache, poetische Erzählung für Kinder ab fünf Jahren und gleichzeitig ein Vorlesemärchen, das auch Erwachsene tief berühren wird.

Und was ist mit Simba geschehen? Er verkauft jetzt Zuckerwatte auf dem Marktplatz, während Herr und Frau Rubinstein sein Brüllen haben, das sie immer an den Löwen erinnert...

Gabriele Hafermaas hat dieses besondere Buch kongenial illustriert. Ihre Bilder sind so liebenswert, zärtlich und einfühlsam wie die Geschichte von SAID..

Erschienen im Verlag Sankt Michaelsbund, München, 2011.

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Hans mit der Hütte

„Hans mit der Hütte“ erzählt von einer Suche, die zu einem überraschenden Ende führt; eine Minze will in „Mine und der Wolf“ ausgerechnet mit einem einsamen, bösen Wolf Freundschaft schließen und das Geheimnis von „Ein Wiegenlied für Mamaluga“ soll hier gar nicht erst verraten werden…

Drei neue, anmutige Märchen des iranischen Dichters – für neugierige Kinder im Vorlesealter und für alle Erwachsenen, die Ausschau halten nach poetisch-klaren und trotzdem tiefsinnigen Geschichten.

Maren Briswalter hat für das Buch magische Bilder geschaffen: mit weiten, einsamen Landschaften und berührenden, heiter-melancholischen Szenen. Der Zauber ihrer Illustrationen antwortet auf den Zauber der Geschichten.

Erschienen 2012 bei
Verlag Sankt Michaelsbund, München
ISBN: 978-3-943135-05-3

"Hans mit der Hütte" wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V. in Volkach für den Monat Februar 2013 als "Buch des Monats" ausgewählt.

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Parlando mit Le Phung

Ein Mann wird von seiner Frau verlassen, und was bleibt ist Gesang. Jahre später noch singt er von seinem Schmerz vor einem sehr kleinen Publikum vor einem Fisch. In seinem Garten steht der Mann am Teich und erinnert sich, an die erste Begegnung, an Berührungen, ihren Körper, die gemeinsame Sprache und an ihr letztes Wort.

Mit seiner schlichten, präzisen und bilderreichen Poesie durchschreitet SAID die weite Liebeslandschaft und verbeugt sich am Ende vor der Erkenntnis: Wenn eine Frau wirklich gehen möchte, wird nichts und niemand sie halten, weder Bitte noch Geste, kein Wort und kein Mann, nicht einmal der persische Dichter Hafez vermag sie zum Bleiben zu überreden.

Erschienen im Steidl-Verlag, Göttingen, 2013.

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Schneebären lügen nie

Marie sammelt Schneebeeren im Wald. Da trifft sie den Schneebären. Er kann fliegen und ist sehr stark. Behauptet er. Schneebären lügen nie!

Auch das behauptet der Bär. Gemeinsam streifen sie durch den verschneiten Wald, bis es dämmert. Mit dem Schneebären fürchtet sich Marie nicht mehr vor der Dunkelheit.

Und nachdem der Schneebär sie kräftig in die Luft gewirbelt hat, weiß Marie auch, dass sie fliegen kann.

Erscheint voraussichtlich im September 2013 im Nord-Süd-Verlag, Zürich.

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